Isla
de Margarita (Venezuela)
Schreiben Sie mir Ihren Bericht, gern auch mit Fotos, ich werde einige dann hier veröffentlichen !
Sommer
2001
"Isla de Margarita" ist mit 1.150 qkm die größte Insel in der venezolanischen Karibik und zudem das Urlaubsparadies für Menschen aus aller Welt, eingeschlossen den venezolanischen Städtern aus Barcelona und Caracas. Sie teilt sich in zwei Halbinseln auf, von denen aber nur eine dichter bewohnt ist, die andere besteht aus Steppe, Kakteenwäldern und Bergen, eine einzige Strasse führt um sie herum, welche sich durch Berge und Wüste roter Erde windet. Unser Ziel war Playa del Agua im nördlichen Teil der Insel. "Wir" - das sind meine reiseserfahrene Freundin Susanne und meine Wenigkeit.
Pleiten, Pech und Pannen....
Am
Morgen des 29.7.2001 sollte es um 10.30 Uhr ab dem Flughafen Düsseldorf losgehen aber wie
es das Schicksal wollte, kam alles anders: Die Klimaanlage der Boing 767 der LTU war
(angeblich) wenige Minuten vor dem Start defekt und musste ausgetauscht werden,
geschlagene zwei Stunden warteten wir im vollbesetzten Flugzeug bis die Starterlaubnis
kam. Kaum 20 Minuten in der Luft dann die nächste Panne - eine Fensterdichtung hatte sich
gelöst, ein Mangel, der sich über dem Atlantik vielleicht negativ auswirken konnte. Der
Pilot kehrte über Brüssel um und um 14 Uhr setze setzte die mit 75to Kerosin
vollgetankte Maschine mit einer knallharten Landung auf, die Reifen überhitzen sich,
Schmiermittel fingen Feuer und wir wurden mit der vollen Armada an Rettungsfahrzeugen eine
Stunde nach Start wieder empfangen. Es stank nach Qualm, Feuerwehrleute rannten um die
Maschine herum, die Reifen hatten Überdruck abgeblasen. Dennoch gab es einen
Riesenapplaus für den Piloten. Nach weiteren zwei Stunden in der Abflughalle stand fest,
dass es nicht weitergehen würden und alle Passagiere wurden schließlich ins Hotel
Arabella Sheraton gebeten, wo wir die Nacht verbrachten. Die Stimmung war leicht gereizt,
ein Tag Urlaub war verloren.
Der erste Eindruck....
Schließlich ging es am nächsten Tag planmäßig los und nach
9-stündigem Flug erreichten wir die 8000km von Deutschland entfernte Insel Isla
de Margarita in der Karibik zur sengenden Mittagshitze. Wie ein Hammer schlug mir die
36 warme und 90% feuchte Tropenluft entgegen. Selbst die süchtigsten Raucher steckten
ihre Kippen vorerst wieder weg. Binnen weniger Minuten war das Hemd durchgeschwitzt.
Solche Wärme hatte ich noch nie in Deutschland erlebt, nicht mal im heißesten Sommer!
Nach der Passkontrolle wurden die 300 Gäste auf die Hotels verteilt und binnen einer
Stunde waren wir mit dem Taxi von Porlamar nach Playa del Agua gebracht
worden. Das Taxi war schon ein Abenteuer: Ein uralter amerikanischer
Chevrolet, weder Türen noch Fenster schlossen richtig aber die Klimaanlage funktionierte.
Während der fast 60km langen Fahrt von Porlamar nach Playa El Agua sank meine Laune vorerst fast auf Null und mir wurde klar, dass wir uns in einem Dritte-Welt Land befanden. Auch das Gesicht meiner ordnungsliebenden Freundin wurde immer länger und sie immer ruhiger....
Hotel "Costa Linda Beach"
PRO:
klein und individuell, freundliches Ambiente,
Swimming-Pool, Cocktail-Bar
CONTRA: Frühstück und Küche waren eine Zumutung, dunkle, kahle Zimmer ohne
Tageslicht

Das Hotel inmitten der Stadt Playa del Augua
(Wasserstrand) ist optisch eine kleine Idylle aus Palmen, Pool, Bar und angrenzenden
Hazienda-Häusern, in denen die Gäste wohnen. Außen jedoch durch Mauern mit
Glasscherben, Stacheldraht und Infrarotmelder gesichert. Rauh getünchte Wände, kein Glas
im Fenster und sehr dunkel aber auch schattig und kühl durch die (lautstarke)
Klimaanlage. Im Katalog waren die Zimmer künstlich hell erleuchtet, real sind es dunkle,
ungemütliche Steinräume. Leider fanden sich dort auch die unvermeidlichen Kakerlaken
(Cucarachas) in den Wohnräumen, welche aus den Abflüssen krochen. Man gewöhnt sich
schnell an sie, es gibt sie überall.
Äußerlich sehr schön und gepflegt aber mit dem Frühstück haperte es schon. Zwei Wochen jeden Morgen stur das Gleiche: Vier Brotsorten, teils Maisbrot, kleine Kuchen mit Karamel gefüllt, immer die beiden gleichen Marmeladensorten aus Minipackungen und der lauwarme Muckefuck-Kaffee. Weder Wurst, noch Käse noch irgendetwas, was das Brot schmackhafter hätte machen können. Dazu gab es die heimischen Früchte wie Melonen und Mangos. Wirklich: Zwei Wochen stur jeden Morgen das Gleiche! Andere Hotels haben da wesentlich bessere Speisepläne. Mittag- und Abendessen gab es zwar, nur bestellte es niemand: Das billigste Gericht war ein großer Hamburger für 15 DM, alle anderen Gerichte sind nur für denjenigen interessant, der nicht aufs Geld schaut. Der Keeper an der Bar mixte das letzte Gift zusammen, schnell wechselten wir zu den Sachen, wo er nichts falsch machen konnte: Dem venzolanischen Bier "Polar", was dem deutschen Bier in nichts nachsteht, einfach köstlich !
Die Aussteiger
Wir trafen in den umliegenden Ecken auch einige Deutsche, die vor Jahren ausgewandert waren, Restaurants und Kneipen betrieben. Ich muss gestehen, dass die meisten von ihnen recht abenteuerliche Typen sind und mit einer deutlichen Abneigung gegen ihr Herkunftsland. Dort traf ich auch den typischten (Schla)Wiener aus Österreich, der ein Restaurant führte. Dass er den Eingang nicht mit einem Schild "Sie betreten österreichissches Hohheitsgebiet" versah, war alles. Als ich die ungeheuerliche Beleidigung aussprach "Kommen Sie aus Bayern?", gingen die Schotten sofort runter, die Biergläser wurden uns mehr oder weniger hingeknallt und wir keines Blickes mehr gewürdigt.
Das "La Cucaracha" steht auch im Marc O'Polo Reiseführer, es wird von einem deutschen Ehepaar betrieben, welches aus der 68er "links alternativen Szene" in Deutschland stammt. Vermutlich waren sie alle mit einem Kopf voller Träume vom Paradies ausgewandert und wurden allmählich von der Wirklichkeit eingeholt, dass das Leben im Paradies auch eines am Existenzminimum ist. Aus Mangel an Gastlichkeit kehrten wir auch nur einmal in jene Lokale ein, jene der Einheimischen waren wesentlich freundlicher.
Am zweiten Tag stand eine
Informationsveranstaltung der Reiseleitung in nebenstehendem Luxushotel "La
Corona" auf dem Programm, wo auch organisierte Veranstaltungen vorgestellt wurden.
Es ist eines der besten Hotels dort. Leider sind die wirklich interessanten
Ausflüge zum Festland ins Orinoco Delta mit Besuch der Angel Falls sehr teuer (500 DM Pro
Person), günstiger kommt man bei den Touren auf der Insel weg (ca. 40-70 USD). Die
Auswahl ist recht groß, veranstaltet werden die Touren von Einheimischen, welche mit der
Touristikagentur unter Vertrag stehen. Aber längst nicht alle Touren sind empfehlenswert,
bei knapp der Hälfte merkt man schnell, dass nur die Zeit totgeschlagen werden soll. Die
Busfahrt war wohl die beste von allen mit dem motiviertesten Team an Fremdenführern.
Venzolanische Küche... "zwischen Moderne und Tradition"
Hier sind mir die Worte des "Marco Polo Reiseführers" in Erinnerung, die in eben jener Überschrift das beschreiben, was ist. Traditionell sind die allerorts und bei fahrbaren Strassenküchen erhältlichen arepas oder cachapas. Manche mögen sie köstlich finden, Alexander von Humboldt, der dieses Land bereiste fand den Ausdruck Sklavenfraß dafür. Etwa das, was den Amerikanern ihre Hamburger sind und den Deutschen die Bratwurst. Ich möchte mich diesem Urteil anschließen, spätestens nach dem dritten Male bleiben sie wie Sägemehl im Hals stecken. Es handelt sich um etwa handtellergroße Maiskuchen, aufgeschnitten und in der Mitte mit Hähnchenfleisch, Quark oder irgendetwas anderem gefüllt. Trotz ihrer winzigen Größe sind sie unheimlich sättigend oder soll ich "stopfend" sagen. Nur 100g von diesem Papp reichen aus, um sich restlos "vollgefressen" zu fühlen.
Etwas leichter bekömmlich sind die cachapas, welche nur durch die Anzahl der Löcher im Teig verraten, was in ihnen steckt, wir zogen die mit einem Loch vor, was für "quesa" = Käsefüllung stand. Außerhalb der Hotels war es mitunter recht schwierig etwas zu essen bekommen. Na klar! Dann geht man halt in einen Supermarkt... wo ist das Problem? Das Problem ist das Wort allein! Es gibt sie, sogar sehr schöne und große, vielleicht 10 oder 20 auf der 1150 qkm großen Insel, am Eingang wird man von zwei freundlichen Herren in Schwarz mit Barett begrüßt, die eine israelische UZI im Anschlag halten .... Dort gibt es alles, was es auch hier gibt aber die Preise liegen ungefähr wie bei uns in Feinkostläden, alles ist mehr als doppelt so teuer. Die Supermärkte gehören zu denen am stärksten bewachten Einrichtungen auf der Insel. Für Einheimische unbezahlbar und uns ging es auch nicht besser. Das Übrige ist schnell erwähnt, es reicht von Fastfood amerikanischer Herstellung, italienische Pizza über argentinische Steaks bis zu Fisch, dazu jede Menge Melonen, Mangos und Südfrüchte. Kartoffeln und Reis gibt es nur als Importware, Gemüse haben wir nirgends gesehen. Imbissähnliche Betriebe gibt es zwar an jeder Ecke aber oft genügt ein Blick auf die hygienischen Zustände und das Fritieröl, welches dem nach einem Motorölwechsel gleicht, um den Appetit wieder vergehen zu lassen.
In unserer Not flüchteten wir in Porlarmar in das Einzig uns Bekannte....... McDonalds!
"Touristenparadies" Playa Del Agua - Die Stadt der Toten !
In fast jedem Katalog wird der Ort Playa del Agua in den höchsten Tönen angepriesen, wahrscheinlich waren die Veranstalter lange selbst nicht mehr dort. Durch ihn führt eine lange Strandpromenade, die quasi das Zentrum des Ortes bildet. Wir erwarteten abendliche Parties und geschäftiges Treiben, wollten uns gleich am ersten Abend in das Nachtleben gutgelaunter Menschen in Urlaubslaune stürzen...... und wurden derbe enttäuscht! Nichts! Einfach nichts! Dreiviertel aller Bars, Restaurants und Cafes auf der Strandpromenade waren bankrott, teilweise in einem Chaos aus Lehmziegeln und Palmenwedeln eingefallen, von Bulldozern zusammengeschoben - der Rest war schlichtweg schon hygienisch unzumutbar, es stank nach Fäkalien, da die Fäkalienabflüsse einfach ins Meer geleitet werden. In den übrigen Strandrestaurants gibt es allenfalls noch die Wahl zwischen Reis auf Huhn, Huhn auf Reis und Reis mit Hühnerresten, die Speisekarten waren bis auf wenige Speisen zusammengestrichen worden. Die Abende wurden zur langweiligen Sache, um 18 Uhr ging die Sonne pünktlich unter. Da die meisten Touristen in unserem Hotel gesetzteren Alters waren oder spanisch sprachige Urlauber, ergaben sich auch keine Kontakte zu jungen Leuten.
Ein Wort zu den deutschen Urlaubern: Man muss wirklich einmal im Ausland gewesen sein um zu merken, dass die Deutschen Muffel sind! Weder Amerikaner, noch Spanier zeigten so deutliche Distanzierungssignale wie die deutschen Familien und Gruppen. Am lockersten waren die Amerikaner, die immer zu einem Schwätzchen aufgelegt waren, am verschrobensten die Iren und Engländer. In guter Erinnerung blieb mir ein feucht-fröhlicher Abend mit einem Texaner an der Strandbar, bis diese schloss und wir uns kaum mehr auf den Hockern halten konnten ;-)
Die Strandpromenade bot des Abends einen menschleeren, dunklen und trostlosen Anblick. Oft waren wir die einzigen Gäste in der letzten offenen Strandbar mit dem schlitzohrigen Keeper "Wander". Eine einzige hatte noch geöffnet, bis nach Ende der ersten Woche auch sie zwangsgeschlossen wurde. Nur ganz wenige hatten noch tagsüber auf, darunter auch "Thierry", ein schwarzer und freundlicher Kanadier, der in Deutschland studiert hatte.



Links: Die "barrios" (Elendsviertel), rechts rostende Autos im Strassengraben von Playa Del Agua
Leider sehen 90% der Orte auf der Insel so aus, bis auf eine Handvoll Küstenstädte, die aus Prestigegründen mit Staatsgeldern gepflegt werden. Ansammlungen von verfallenen Häusern und Wellblechhütten. Alle grossen Städte haben solche Viertel ringsherum, die sog. "barrios".
Wohnen kann man dagegen recht gut in Juan Griego, El Torino oder St. Ana, sollte sich bei der Auswahl seines Hotels aber unbedingt informieren, wo es genau liegt! Sonst passiert es, dass man sich inmitten der Wildnis wiederfindet, meilenwert ab von jeder Behausung und Mietwagen sind erstens sehr teuer (95.- / Tag), in sehr schlechtem Zustand und ich erlebte bei der einzigen Zahlung mit VISA bei einem Autoverleih mein blaues Wunder, als ich nach Hause kam: Das Konto war von vermietenden Angestellten komplett leergeräumt worden, die Karte wurde unbemerkt kopiert.
Der Strand
Wohl die meisten
Touristen interessiert vor allem am Meer eines: Der Strand ! Nebenstehendes Bild zeigt
diesen und das entspricht wohl genau dem, was man so aus Katalogen her kennt :-) Die
Lichtintensität ist um ein weites höher als in Deutschland, daher auch die gleissenden
Farben und scharfen Kontraste. Das Wasser ist glasklar, jedoch sind die Algen auch ein
hier Problem. An den grossen Städten wird das Abwasser ungefiltert ins Meer geleitet und
es entstehen riesige Teppiche. In Playa del Agua blieben wir jedoch davon weitestgehend
verschont, erst die letzten Tage war Baden kaum mehr möglich.
Des Tags über sind die Strände meist übervölkert, man fragt sich oft woher die vielen Leute kommen, es sind überwiegend Einheimische, "Weisse" gibt es dort nur sehr selten, halt die Touristen. Nervig ist es nur, wenn man alle 3-5 Minuten von den vielen Strandverkäufern angesprochen wird, die teilweise recht hartnäckig werden können. Da nützt es wenig sich schlafend zu stellen oder den Blick abzuwenden, sie wecken einen schon und mussten sich manchmal schnell in Sicherheit bringen, wenn einem genervten Touristen der Kragen platzte, wenn sie in Scharen über die Strände marschierten.
Weitere Strandbilder von 1994, freundlicherweise von Herr Dr. Ständer zur Verfügung gestellt.


Playa Munzillo & Playa Caribe

Playa del Agua
Deutschland ist teuer? Dann haben Sie Venezuela noch nicht gesehen !
Wie war
das noch? Im Urlaub sollte man sich doch was was gönnen und nicht auf den Pfennig
schauen.... ja, aber dan gerät man dort sehr schnell in grosse Probleme: Venzuela
ist schweineteuer! Da auf der Insel nichts angebaut wird gibt es nur sehr wenig
Auswahl an einheimischen Produkten, wirklich alles ist Importware und damit um ein
mehrfaches teurer. Selbst eine Hängematte, die zu den Erfindungen dieses Landes gehört
ist kaum für unter 200 Mark zu haben. Es macht einfach keinen Spaß, wenn man "mal
eben" zur Mittagszeit in ein Strandrestaurant geht und für zwei labberige Pizza +
zwei Getränke 45 DM zahlen muss. Oder der Abend in einer Bar mit vier Glas Pina Colada
und einem Bier mit 50 DM abgerechnet wird. In einigen Betrieben wird nur noch der
US-Dollar als Zahlungsmittel akzeptiert, es empfielt sich immer ein paar Dollar dabei zu
haben. Die Händler sind gesetzlich verpflichtet Bolivar anzunehmen aber wer hält sich
schon daran, wenn man nie weiss, was das Geld morgen noch wert ist? Die Landeswährung ist
der "Bolivar", eine Art Inflationsgeld, viele Scheine waren geklebt oder
angerissen.
Noch vor 5 Jahren war Venzuela ein Paradies für Europatouristen, man lebte dort wie ein König oder wenn schon nicht so, dann wenigstens wie zu Zeiten der DDR. Der rapide Verfall des Bolivar gegenüber dem Dollar ist hauptsächlich daran schuld, die Inflation beträgt derzeit 23%. Nach Freigabe des Bolivar auf den Devisenmärkten fiel dieser schlagartig ins Bodenlose ab, erinnert stark an die italienische Lira. 315 Bolivar entsprachen im August 2001 genau 1DM, ein Rücktausch nicht möglich. Es ist daher in jedem Fall zu empfehlen ALL INCLUSIVE zu buchen, wir taten dies leider nicht und ein Großteil unseres Urlaubsgeldes ging für Verpflegung drauf, statt für Unternehmungen. Leider aber ist ALL INCLUSIVE auch schuld an dem Niedergang der Restaurants und Strandbars, die Gäste feiern lieber kostenlos in den hermetisch abgeschirmten Hotels, statt am Strand und alle Hotels gehören ausländischen Investoren.
Es empfiehlt sich mit EC-Karte an Geldautomaten in Porlamar
oder El Torino abzubuchen, weil dies keine Gebühren verursacht, außer dem 1%
Auslandszuschlag. Bei Benutzung von VISA oder MasterCard werden 10% des Betrages
als Provision berechnet und man setzt sich der Gefahr des Betruges aus (s.u.).
Niemals bei Strassenhändlern tauschen !
"Einmal Volltanken bitte!"
Da jubelt des Deutschen Autofahrerherz! 1 Liter Super kostet 22Pf, Normal sogar nur 16 Pf! Da macht das Autofahren noch richtig Spaß! Besonders dann, wenn der Wagen 8 Zylinder und wie die meisten Uralt-Ami-Schlitten dort 20l/100km frißt. Es ist verständlich, dass Umweltschutz und Energiesparen für Venezolaner keine Begriffe sind, weswegen auch die Strassenbeleuchtung ganztägig eingeschaltet bleibt, Dieselgeneratoren und tausende Klimaanlagen Tag und Nacht laufen, der Strom kostet gerade mal 4Pf/Kilowatt. Anfänglich machten wir brav die Klimaanlage aus, wenn wir gingen, später war es uns auch egal. Einziger Trost für Umweltfreaks: Der Strom wird zu großen Teilen aus Kraftwerken an Wasserfällen gewonnen. Noch etwas zum Thema Umweltbewusstsein: Müllabfuhr gibt es erst seit 5 Jahren dort, besonders wenn man in die Wildnis fährt findet man sie an jeder Strasse, die wilden Müllkippen. Erfreulich jedoch, dass inzwischen Trupps unterwegs sind, die die Strassen und Wege reinigen, man findet sie überall auf der Insel mit ihren gelben T-Shirts.
Die organisierten Touren
Die vom Reiseveranstalter durchgeführten Touren sind wirklich zu empfehlen bevor auf eigene Faust etwas unternommen wird. Jedoch nicht alle! Man merkt schnell, dass mit örtlichen Restaurants, Geschäften und anderen Institutionen Absprachen getroffen wurden, dass Touristen dort "abgeladen" werden. Dafür besteht aber die Sicherheit, dass ein gewisser Standard vorhanden ist und ein Mindestmaß an Sicherheit gegen Betrug. Wie in allen Ländern werden Touristen gern abgezockt, schließlich sind sie unerfahren mit Sitten und Gebräuchen des Landes. Kaum jemand aus unserer Reisegruppe sprach Spanisch und Englisch wird dort nur von der gebildeten Oberschicht gesprochen. Die Touristenführer sind erfahrene Einheimische, sprechen weitestgehend Deutsch oder Englisch und es sind immer Menschen, die viel Auslandserfahrung haben.
Busrundfahrt

Sehr zu empfehlen ist die
Busrundfahrt mit deutsch sprachiger Touristikführerin incl. Besuch des botanischen
Gartens. Dieser ist auch deshalb interessant, weil er ein verwirrendes Labyrinth aus
Fiskus Benjamin beheimatet, welches so angelegt wurde, dass es schon recht schwer ist den
Ausgang zu finden. Auch die Städte "La Asuncion", Porlamar und St. Ana haben
ihre Reize, ebenfalls wird die spanische Festung besucht. Diese Tour ist eine gute
Ausgangsbasis für alle weiteren Unternehmungen auf eigene Faust. Neben allgemeinen
Erklärungen wartet die Touristikführerin auch mit vielen Informationen auf, die man so
nicht bekommen würde, etwa zur Geschichte des Perlenrausches auf Isla de Margarita.
Die Kirche der Madonna in St. Ana und ein Kapuziner Affe im botanischen Garten. Dort sind so gut wie alle Tiere der Insel zu finden, auch Schlangen, Vogelspinnen und der ebenfalls für kleine Kinder tödliche Hundertfüssler. Die Wildnis ist daher mit Vorsicht zu genießen, Schlangen sind überall und jene sind wirklich giftig.



Es ist eine grundsätzlicher Rat bei Tieren in der Karibik vorsichtig zu sein! Einige Froschsorten wie der Feuerfrosch haben hochgiftige Substanzen unter der Haut. Skorpione kommen besonders in der Steppenlandschaft vor, wo sie sich auf Steinen sonnen, sie gehören zum Alltag dazu wie auch Leguane und Eidechsen. Wie bei uns harmlose Hausspinnen so leben dort Vogelspinnen. Tödlich sind sie nicht aber sehr schmerzhaft. Man kann sie sogar streicheln, sie greifen nur an, wenn sie ihre Brut bedroht sehen. Ein Tier, was ich vorher nicht kannte war der Hundertfüssler, eine fingerdicke, graue Raupe, die so klein sie auch ist tödliches Gift besitzt. Die Vielfalt der Arten ist in der Karibik höher als bei uns in Deutschland, nicht umsonst wird sie als Genpool der Welt bezeichnet. Anders als zu Hause ist jedoch alles bunter, schriller und größer, sowohl Tiere als auch Pflanzen. Die überall bekannte Kakerlake etwa erreicht dort eine Größe von etwa 5cm und es knackt wirklich sehr unangenehm, wenn man sie zertritt :-) Ein Wort zu dem Bild mit dem Affen auf der Schulter: Wer nach Venezuela fährt muss sich an solch verschwitzte T-Shirts gewöhnen, Hemden oder Synthetik-Kleidung sind dort völlig ungeeignet. Drei Kurze Hosen, eine lange und viele T-Shirts, mehr braucht man dort wirklich nicht und bloß keine Jacken, Blazer oder sonstige Ausgehkleidung. Hoffnungslos bei den Temperaturen !
Jeep-Safari
Diese
Tour kann man sich getrost sparen, sie besteht im wesentlichen aus der endlosen und
langweiligen Fahrt über Landstrassen und dem Besuch der Mangrovenwälder, sowie dem
Anschauen des Sonnenuntergangs in Juan Griego, der "Sonnenuntergangs-Stadt".
Über drei Stunden wurden wir in einer Strandbar abseits jeglicher Zivilisation
"geparkt", wo rundherum nur Steppe war. Das bisschen "Off-Road" Fahren
mit
schrottreifen Jeeps
lohnt die Sache nicht, man merkt dass die Veranstalter Probleme haben den Tag voll zu
bekommen und parken deswegen an jedem Kitsch-Lädchen, was es dort gibt. Untergwegs fielen
auch zwei Jeeps mit Motorschaden aus.
Dieses Bild muss man einfach nur geniessen :-) Der Berg "San Francisco"

Harley Davidson Tour
Absolut indiskutabel, für 150.- hatte der ziemlich rüde und gewalttätig wirkende Veranstalter nach zwei Stunden halsbrecherischer Raserei keine Lust mehr und fuhr nach Hause. Aus sechs veranschlagten Stunden wurden zwei gemacht. Mein Versuch das Geld zurückzubekommen scheiterte dennoch an der Sturheit des Touristikunternehmens. Wie ich im Internet sah wurde diese Tour inzwischen auch aus dem Reiseführer gestrichen.
Segel-Tour

Sehr empfehlenswert. Eine
2-stündige Fahrt mit dem Segelschiff zu der Insel Coche mit ihren weißen Stränden, von
dort aus wieder zurück nach Porlamar. Zwischendurch wird reichlich Rum gereicht :-) Auf
der fast unbewohnten Insel ist Sonnenschutz ein absolutes Muss, die Sonne ist ohnehin
schon zigfach stärker als in Europa, hinzu kommt der weiße Sand, der die UV Strahlen
verstärkt, auf dem Bild rechts sehe ich bereits mehr oder weniger
"durchgebraten" aus.
Ich ;-)
Susanne
Inselparadies "Coche"....

Nach etwa zwei Stunden auf dem Segelboot befanden wir uns auf der Karibik-Insel Coche, welche durch glasklares Wasser und weissen Sand besticht. Kein Witz. Der Sand ist weiss wie ein Blatt Papier und blended sehr stark. Ich wartete est gar nicht, bis das Boot festgemacht hatte, sprang über Bord und schwamm im lauwarmen Wasser die 500m zum Strand. Dort gab es reichlich Cola und Rum, sowie kühles Bier, binnen kurzer Zeit hatten wie ganz schön einem im Tee :-) Auf eines hätte ich jedoch lieber nicht verzichten sollen: Die Sonnencreme! Auf der Rückfahrt war ich regelrecht krank vom Sonnenbrand, spürte meine Beine nicht mehr und lag abends wie tot im Bett, die Füsse mit "Aloevera" eingeschmiert, Kakteenextrakt mit kühlender Wirkung.
Menschen & Mentalität
"Sie säen nicht, sie ernten nicht - und sie leben doch..."
Die
Venezolaner setzen sich aus 70% Mulatten, 20% Weißen, 10% Schwarzen und 1% Indianern
zusammen. Nationalsprache ist Spanisch. Die weitaus größte Mehrheit wohnt in den
Städten Caracas und Barcelona mit ihren zusammen 15 Mio Einwohnern. Die
Städter fühlen sich den Provinzlern haushoch überlegen und es ist nicht möglich ein
klares Bild von Venzuela zu zeichnen, ausgeprägte Kultur wie in Europa gibt es dort
nicht. Zu unterschiedlich sind die Lebensweisen in den Städten, auf den Inseln und den
Bergdörfern. Venzuela selbst ist das reichste Land Südamerikas, allerdings auch nur
wegen des Öls. Caracas selbst ist wenig erwähnenswert, eine Großstadt, die in den 40er
Jahren noch ein großes Dorf mit roten Ziegeldächern war, der Erdölboom dann die Stadt
explodieren ließ.
Seelenloser Moloch ist eine treffende
Bezeichnung und Caracas ist wahrhaft keine schöne Stadt, gehört zu den 5 kriminellsten
Städten der Welt. Besonders gefürchtet sind die barrios, die Elendsviertel, daher wird
in den Touristenführern auch eindringlich gewarnt Caracas nur mit einem kundigen (und
bewaffneten) Reiseführer zu besuchen und niemals des Nachts. Ein Menschenleben zählt
dort nicht viel, man "verschwindet" einfach. Die Venezolaner machten den Fehler
die Öl-Rechte an hartgesottene Texaner zu verkaufen, erst in den 90er Jahren wurden die
Ölquellen verstaatlicht aber da war es schon zu spät, der Weltmarktpreis war auf 1/3
seines Ursprungswertes gefallen, der Reichtum ebbte ab. Statt aber in die Zukunft des
Landes zu investieren verschwand das Geld auf den Konten der Reichen und Politiker.
Korruption ist das größte Problem neben den fehlenden Bewusstsein der Politiker für das
eigene Volk zu sorgen, so gut wie alles lässt sich mit genügend Bestechung erkaufen.
Milliarden Dollar aus dem Ölgeschäft wurden ins Ausland geschafft, viele Venezolaner
verließen das Land in den 90iger Jahren, nicht ohne vorher hohe Kredite aufzunehmen und
mit ihren auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Auf diese Weise wurden 70 Mrd. USD aus
dem Land geschafft, was einige Banken in die Pleite trieb. (Quelle: Marco Polo
Reiseführer)
Geschichte Venezuelas und der Insel Margarita...
Verehrter Volksheld ist
der Spanier "Simon Bolivar", nach ihm wurde das Geld "Bolivar" benannt
und Tausende Plätze und Strassen. Jede Stadt ist verpflichtet einen Park anzulegen mit
seiner Büste oder Statue als Zentrum der sternförmig angelegten Wege. Mag alles
drumherum auch noch so verlottert sein, diese Parks werden gehegt und gepflegt. Die
Einheimischen sprechen von ihm ehrfurchtsvoll als "Unser Befreier". Simon
Bolivar war Sohn einer reichen spanischen Adels-Familie, später wandte er sich gegen
seine Herkunft. Schnell entdeckten die
spanischen Eroberer den Perlen- und Goldreichtum der Region. Und die Sucht nach den
funkelnden Erzeugnissen des Meeres war auch der Grund für die Gründung der ersten
spanischen Niederlassung Südamerikas - auf Margaritas Nachbarinsel Cubagua wurde Nueva
Cadiz errichtet. 25 Jahre später schon vernichteten durch Erdbeben ausgelöste
Riesenwellen den Ort - erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckten
Archäologen die Überreste auf dem Grund des Meeres. 1527 wurde das erste Vieh nach
Margarita gebracht - die Insel wurde Ausgangsbasis und Verpflegungsstation der Spanier
für die rücksichtslose Eroberung und Ausbeutung des Festlandes. 3 Millionen Inkas und
Mayas wurden von wenigen hundert Spaniern hingemetzelt (Hitler lässt grüßen....). Sie
hatten zwar eine Hochkultur errichtet, die denen der Spanier überlegen war aber leider
keine Waffen, weil sie diese nicht brauchten und in Frieden mit anderen Stämmen lebten.
Natürlich hatte der Perlen und Viehreichtum sich auch in Kreisen herumgesprochen, die gar
nicht gern gesehen waren. Piraten versuchten die Insel zu besetzen, der berüchtigtste war
Lopez Aguirre (verfilmt wurde seine Geschichte 1970 mit Klaus Kinski in der Hauptrolle).
Bis Ende des 16. Jahrhunderts verzeichnet die Inselchronik 14 schwere Freibeuter-Angriffe.
Worauf begonnen wurde, die Küsten Margaritas zu befestigen. Noch heute sind fünf der
sieben gegen Piratenangriffe errichteten Festungen mehr oder weniger gut erhalten:
Castillo de Santa Rosa (über La Asuncion), San Carlos de Borromeo und Fortin de la
Caranta (beide in Pampatar). Fortin de La Galera (Juangriego) und Fortin Espana (Santa
Ana) .Der Name Venzuela heisst
übrigens "Klein-Venedig", so wurde es nach den auf Hölzern gebauten
Indianer-Hütten am Wasser genannt. Die Legende besagt, dass der Name der Insel einem
romantischen Traum Christopher Columbus zu verdanken ist, der aus unerfüllter Liebe
zu Prinzessin Margarita von Österreich diesen Namen der reichsten Insel gab, die er 1498
entdeckt hatte. 1536 wurde eine andere Stadt
gegründet, die "Pueblo de la Mar" (Meeresdorf ) hiess, die heutige
kosmopolitische und kommerzielle Hauptstadt Porlamar. Damals wurde Margarita als
Eingang zum Osten Venezuelas betrachtet.
Obwohl Venezuela ein an Bodenschätzen reiches Land ist, fruchtbaren Boden
hat wird dort kein Ackerbau und Viehzucht betrieben, auch findet sich wenig Industrie, auf
Isla de Margarita überhaupt keine. Alles, aber auch wirklich alles wird importiert,
selbst die Milch stammt aus Frankreich. Ja, auch wenn es diffamierend klingt, so habe ich
es dutzendfach bei unserem Aufenthalt dort gehört: Die Venezolaner sind ein faules Volk!
Sie sähen nicht, sie ernten nicht aber sie leben doch. Obwohl der derzeitige Präsident
das Land herunterwirtschaftet gibt es keinen Widerstand oder Opposition, der Venezolaner
erwartet Lösungen "von oben", Eigeninitiative ist ihm fremd. Er arbeitet genau
soviel, wie es zum Leben nötig ist aber keinen Deut mehr. Sehr erfreulich fand ich es
jedoch, dass wir immer freundlich behandelt wurden, Auskunft erhielten und ein Gefühl der
Sicherheit bestand, auch wenn wir uns in den Elendsvierteln aufhielten. Der Zusammenhalt
der Venezolaner zieht sich meist durch die weit verästelten Sippen, eine Familie hat
zwischen 6-10 Kindern, über 50% der Einwohner Venezuelas sind unter 18 Jahre alt. Der
Venezolaner legt sich nicht gern fest, die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen ist
wichtiger als Nibelungentreue. Ein wenig schockierend fiel mir auf, wieviele deutsche
weibliche Teenager magersüchtig und untergewichtig sind. Die venezolanischen Frauen
hingegen fallen durch grazilen, weiblichen Körperbau und etwas Amazonenhaftes auf, kaum
ein Venezolaner ist übergewichtig.
Meiner Ansicht nach können die Deutschen etwas von den Venezolanern
lernen. Vor allem, dass nicht alles bis ins Kleinste geregelt sein muss, dass nicht die
Arbeit der Sinn des Lebens ist sondern das Leben zu genießen. Die Uhren laufen in
Venzuela anders, langsamer und gemächlicher. Wer mit europäischen Vorstellungen und
Erwartungen dorthin fährt wird schnell enttäuscht. Zustände wie in deutschen
Großstädten, dass sich nicht einmal die Bewohner eines Hauses kennen sind in Venezuela
undenkbar, dort kennt jeder jeden in der Strasse, das gesellschaftliche Leben spielt sich
dort ab. Die Menschen sind nicht so individualisiert wie in Deutschland, sie haben mehr
Gemeinschaftssinn und sind offener miteinander und zu Fremden. Bei Gesprächen mit
Auswanderern aus Deutschland und auch Venezolanern, die in Deutschland waren habe ich
immer wieder die Kritik gehört, dass die Deutschen viel zu verschlossen sind, Geld und
Prestige ihnen mehr bedeuten als ihr Gegenüber als solches.
Während man
bei den Venezolanern das Gefühl hat, dass jeder jeden kennt oder zumindest sofort einen
Draht zu ihm findet, fiel mir bei den deutschen Mitreisenden vor allem eines bei den
gemeinsamen Unternehmungen auf: Distanz! Es gab kaum Unterhaltungen zwischen ihnen oder
höchstens innerhalb der Familie oder Gruppe. Auf dem Flughafen entnahm ich aus den
Gesprächen der mitgereisten Teenager Sätze wie "Ihhhh, die Butter war total
ekelig!" oder "Die haben hier ja nicht mal ne Disko" bzw.
"Is ja alles total primitiv hier!". Irgendwie taten sie mir leid, dass
sie die weite Reise in der Erwartung gemacht haben, dort eine durchorganisierte
Mallorca-Kultur zu finden oder zumindest so etwas wie den "Ballermann 6". Meine
Freundin und ich bildeten den Kontrast, wir gingen oft los und mischten uns unter die
Einheimischen, lernten einige sehr interessante Leute dabei kennen. zB Thierry, den
Eigentümer der "Papagayo Bar", ein welterfahrerer 63-jähriger Afrikaner,
aufgewachsen in Kenia, in Deutschland Maschinenbau studiert, der über Kanada schließlich
nach Venezuela kam und einer der bestgehensten Bars am Strand hatte (selbst wenn die
Cocktails wässrig schmeckten) Auch er einer derjenigen, die die Nase vom Leistungs- und
Konkurrenzgedanken der westlichen Welt voll hatte. Solche Aussteiger finden sich dort
überall.
Kreditkartenbetrug
Eine Woche nach meiner Abreise rief mich die VISA Agentur an und teilte mir mit, dass meine Karte gesperrt sei. Es wurden gleich drei Mal größere Beträge aus verschiedenen Städten Venezuelas abgebucht, in denen ich nie war. Insgesamt über 5000 DM. Urheber des Betruges war ein Mitarbeiter der Autovermietung in Playa el Agua "BAVECA RENTA CARS, C.A." Meine Kreditkarte wurde einfach "geklont", auf einen frischen Rohling übertragen. Nach dieser Erfahrung kann ich nur ganz von der Verwendung einer Kreditkarte abraten, am besten alles in Bar zahlen. Erst wieder daheim erfuhr ich aus der Empfehlung des auswärtigen Amtes, dass der Kreditkartenbetrug dort explosionsartig gestiegen seit Karten-Rohlinge auf dem Schwarzmarkt zu haben sind. In Banken und Wechselstuben gelten Karten nur noch zusammen mit einem Personalausweis, noch sicherer sind Kreditkarten mit Passfoto.
Isla de Margarita - Wirklich eine Perle der Karibik?
So mancher wird bei dem Wort Karibik
an die Bilder aus dem Fernsehen oder den Reisekatalogen denken, idyllische Strände,
palmwedelbedeckte Hütten, braungebrannte Barkeeper, tanzende Frauen mit
"bauchfrei" und diese Suggestion eines Paradieses unter Palmen aus der
Barcardi-Werbung. Es ist kein Problem einen 2-stündigen Film dort zu drehen, der genau
dieses Paradies wiederspiegelt. Vermutlich war es das auch - bevor der Mensch dort
auftauchte. Das Kernproblem der Karibik ist Armut und der allgegenwärte Unrat und Dreck.
Sonst ist ja gern von der Ausbeutung der Armen durch die Reichen die Rede und
tausend Gründe, hauptsache nicht die Armen selbst verantwortlichen zu machen - Bei einem
derartigen Reichtum an natürlichen Ressourcen und einem Klima, welches alles gedeihen
lässt, ist es jedoch der behäbigen Mentalität der Bewohner zu verdanken, dass hier auf
Minimalstandard gelebt wird. Der "schnelle Dollar" ist wichtiger als
langfristige Planung.
Doch, es gibt ihn... , den Zauber der Karibik, an den Stränden und in den abgelegenen Palmenbuchten der Küste. Und vielleicht auch etwas in der Kunst dieses Landes, wobei die Malerei sich neben der Schnitzkunst behauptet (nebenstehend ein Ölbild auf Spiegelglas). Aber entgegen den vollmundigen Anpreisungen der Reisebüros ist nicht zu übersehen, dass der Tourismus auf Isla de Margarita seinen Zenit bereits 1990 überschritten hat und.... wenn sich nichts tut seinem Ende entgegen geht. Es wurde sich jahrelang nur darauf verlassen, dass der Strand und die Landschaft allein die Touristen anzieht. Sicherlich werden in Hotelführern die diversen Ausflugsmöglichkeiten und Sportarten angepriesen wie Surfen, Wasserski, Wasser-Motorrad oder Drachenfliegen - aber nicht erwähnt werden die gepfefferten Preise der privaten und mitunter windigen Anbieter für diese Vergnügen. Eine halbe Stunde Wassermotorrad fahren: 50 DM!
Als wirkliche Perlen der Karibik kann man wohl die Mädchen und Jungen Frauen dort bezeichnen :-) Sie sind ausnahmslos gut gebaut, weder dick noch untergewichtig wie so manch deutscher Teenie und ich habe selten solch hübsche Frauen gesehen, wie in der Karbik. Sie wirken natürlicher als europäische Frauen, Mode und Konsum hat dort keinen Stellenwert wie hier, bekam hier erst einmal wieder einen Blick für das "Normale".
Venzuela steckt wie ganz Südamerika allgemein in einer schweren Krise und das färbt auch auf die Inselgruppe ab. Vielerorts auf der Insel finden sich Bauruinen angefangener aber nie fertiggestellter Hotels, das Geld ging aus oder aber noch während der Bauzeit wurde klar, dass sie sich nie rentieren würden. Die meisten Dörfer (mit wenigen Ausnahmen wie St. Ana, Juan Griego, Porlarmar, La Asuncion etc.) auf der Insel gleichen eine Ansammlung von Wellblechbuden.
Fazit
Für die 3500 DM für zwei Wochen ist man auf Mallorca
wesentlich besser aufgehoben !
Christian Julius im Oktober 2001
Links
Reisebericht Canaima Rundfahrt Isla Margaritha www.ich-bin-urlaubsreif.de
Niemals! Niemals "Oben ohne" oder nackt am Strand baden. Die orhtdox-katholischen Venezolaner reagieren sehr empfindlich auf FKK, Sex und alles was damit zu tun hat und die Guardia Civil greift da auch durch. Vollständige Kleidung ist angesagt, auch wenn der Bikini nur aus ein paar Fädchen besteht oder der Mini kaum über die Pobacken ragt. Eine Frau mit Bikini nach Sonnenuntergang in einer Bar wird als Nutte abgestempelt und entsprechend behandelt oder auch der Lokalität verwiesen. Prostitution ist dort strafbar. Überhaupt sind kurze Hosen außerhalb des Strandbetriebes verpönt, wenngleich die fast ausnahmslos muskulösen Männer meist mit nackten Oberkörpern anzutreffen sind, es ist einfach zu warm und schwül, um sich mit Hemden oder T-Shirts zu kleiden. Lesben und Schwule sollten sich gewahr sein, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften dort als widernatürlich und mit Abscheu betrachtet werden.
Vorsicht mit der Kreditkarte! Immer die Karte im Auge behalten, wenn sie übers Kohlepapier gezogen wird, damit sich der Betreffende keine Blankoformulare ziehen kann. Und sich auch ruhig das Kohlepapier aushändigen lassen. Der Kreditkartenbetrug hat sprunghaft zugenommen, auch ich wurde Opfer eines solchen Betruges, der glücklicherweise erstattet wurde. Es reicht schon die Nummer der Karte, um im nächsten Internetcafe Waren vom Festland zu bestellen. Bei meiner Rückkehr fehlten 5000 DM von meinem Konto....
Postkarten Immer wieder gern geschrieben als Grüße an die Lieben zu Hause - hier vergebliche und teure Liebesmüh! Von den verschickten 20 Karten kamen gerade einmal 10 an und das 6-8 Wochen später. Und wer es doch wagen will, der benutze die Post selbst nicht aber die Briefkästen die ohnehin nur alle Jubeljahre einmal geleert werden, wenn überhaupt. Sie sind nicht wasserdicht und in so manchem befand sich wohl nur noch Postkartenbrei.
Gesundheit, Sonnenbaden, Wasser Die Sonneneinstrahlung in er Karibik ist um ein 10 faches höher als in Deutschland, weil der Weg des Lichts durch die Atmosphäre kürzer ist. Der Anteil harter UV-Strahlung ist beachtlich. Es genügt eine 1 Stunde für einen Europäer, um sich einen heftigen Sonnenbrand zuzuziehen. Ungeeignet ist dieses Klima für Herzkranke und kreislaufgeschwächte Menschen, die hohe Luftfeuchte und große Hitze strapazieren den Kreislauf bis an die Grenzen, niemals sinkt die Temperatur dort unter 35 Grad, auch des Nachts nicht. Das Wasser aus den Kränen ist nicht für den Genuss geeignet, es enthält große Mengen an Phosphat und Eisen, Chlorzusätze und Entkeimung gibt es nicht.
Ruhig bleiben! Es passiert selten aber wenn, dann zeigen die Venzolaner Temperament. Und wenn sie tausendmal bei einer Streitigkeit im Recht sind - lassen Sie dem Gegenüber einen Fluchtweg offen und die Möglichkeit sich einen würdevollen Abgang zu verschaffen. Die Venezolaner sind ein stolzes und wenig aggressives Volk aber auch Meister darin aus scheinbar ausweglosen Situationen zu entkommen, etwa dass sie plötzlich zugeben sich geirrt oder etwas falsch verstanden zu haben. Touristen werden dort, wie auch in anderen Ländern gern übers Leder gezogen, wer arm ist hat wenig zu verlieren. Meiden Sie Menschenaufläufe und bleiben sie ruhig. Für die allgegenwärtigen Strandverkäufer gilt: Ein klares aber freundliches "Non, gracias" verscheucht sie schnell. Betteln ist dort fast unbekannt, es wird immer etwas als Gegenleistung angeboten. Anders als zB in Spanien werden die Verkäufer aber nicht aufdringlich.
Polizei Wenn doch einmal etwas vorgefallen ist, erwarten Sie nicht, dass die Beamten wegen ihnen gleich in betriebsame Hektik ausbrechen werden. Es geht alles gemächlicher dort ab. Große Teile der Behörden sind korrupt, arbeiten nur für "aussertarifliche Bezahlung". Häufig anzutreffen sind Strassensperren und Kontrollen, bei denen man den Aufforderungen unbedingt Folge leisten sollte.
Drogen! Es mag für manchen verführerisch klingen, dass Kokain, Haschisch, Heroin und andere Drogen nur Bruchteile dessen kosten, was in Deutschland verlangt wird. 1 Gramm Kokain kostet etwa 15DM. Und die Nähe zu Kolumbien macht Venzuela zu einem Absatzgebiet, besonders auch durch die dortigen Touristen. Jedoch sollte niemand vergessen, dass auf Drogenbesitz und -verkauf 10 Jahre Gefängnis stehen. Klingt harmlos aber es gibt kaum jemanden, der 10 Jahre Knast in Venzuela überlebt, Menschenrechte werden dort bei weitem nicht so genau eingehalten wie in Deutschland, man "verschwindet" dort einfach und wart nie wieder gesehen.
Coca Cola Bitte nur mit "Una Coca, por favor" bestellen, nie aber mit "Cola". "Cola" hat im Spanischen die Bedeutung des Wortes "Schwanz" im pornographischen Sinne und es bleibt Ihrer Phantasie überlassen, was sie auf ihre Bestellung hin bekommen....
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